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Reisemobil: mieten oder kaufen?

Wer einen Campingurlaub mit dem Reisemobil plant, benötigt dafür nicht unbedingt ein eigenes Fahrzeug. Mieten ist eine Alternative.

Reisemobile lassen sich mittlerweile auch bei professionellen Anbietern mieten. (Foto: Roadsurfer)

Reisemobile lassen sich mittlerweile auch bei professionellen Anbietern mieten. (Foto: Roadsurfer)

Camping-Urlaub liegt im Trend. Wem das Zelt zu unbequem und der Wohnwagen zu umständlich ist, braucht ein Wohnmobil. Das lässt sich entweder kaufen oder leihen. Ein Vergleich der Vor- und Nachteile beider Konzepte.

 

Wer das Campen als langfristiges Urlaubs-Projekt begreift, fährt mit dem gekauften Reisemobil am besten. Wer sein Freizeitfahrzeug fabrikneu kauft, kann Inneneinrichtung und Ausstattungsoptionen nach eigenen Wünschen festlegen. Und selbst wer ein gebrauchtes Modell erwirbt, freut sich über psychologische und handfeste Vorteile. In die erste Gruppe gehören Besitzerstolz sowie das In- und Auswendig-Kennen des Fahrzeugs. Praktische Vorzüge sind die permanente Verfügbarkeit für spontane Touren, die Möglichkeit zum individuellen Ausbau und der Umstand, dass man Teile von Gepäck und Zubehör dauerhaft im Fahrzeug aufbewahren kann.

 

Größter Nachteil des eigenen Reisemobils ist der hohe Anschaffungspreis. Auch, wenn der generell gute Werterhalt den späteren Verkauf zu guten Preisen möglich macht. Darüber hinaus muss das Freizeitfahrzeug irgendwo abgestellt werden, wenn es nicht in Gebrauch ist. Wer kein passendes eigenes Grundstück hat, muss je nach Wohnort mit hohen Organisations- und Mietkosten rechnen. Hinzu kommt, dass Wartung und Reparaturen selbst beauftragt und bezahlt werden müssen. Nicht zuletzt ist man auf sein Reisemobil-Modell festgelegt, kann bei geänderten Bedürfnissen oder einem alternativen Urlaubs-Stil nicht einfach auf ein passenderes Fahrzeug umsteigen.

 

Ein Mieter hingegen kann den Familienjahresurlaub auf dem Campingplatz in einem großen Alkovenmodell verleben. Und bei anderer Gelegenheit zu zweit eine flexiblere Art des Campens mit mehr Stellplatzwechseln absolvieren.  Allerdings geht beides nur mit Vorplanung, spontane Touren funktionieren vor allem in der Hauptsaison nur mit viel Glück. Kurzmieten etwa über ein Wochenende sind bei vielen gewerblichen und privaten Anbieter gar nicht möglich. Generell ist Flexibilität nicht nur bei der Terminwahl, sondern auch bei der Wahl des Fahrzeugs angesagt – nicht immer passt das verfügbare Modell optimal zu den eigenen Wünschen.

 

Größter Vorteil des Mietens ist der geringere finanzielle Aufwand. Zwar ist auch das Ausleihen sehr teuer, liegt preislich oft auf einem ähnlichen Niveau wie ein ordentliches Hotelzimmer. Bei privaten Anbietern ist es meist ein wenig günstiger als bei gewerblichen, wirklich günstig ist es aber auch dort nicht. Dafür spart man laufende Kosten für Versicherung, Steuer, Stellplatzmiete sowie Wartungen und Inspektionen. Und wenn man tatsächlich in einem Jahr mal keine Lust auf einen Camping-Urlaub hat, kann man ohne finanziell schlechtes Gewissen ein Hotel buchen. Denn umgekehrt gilt: Das Kaufen lohnt sich gegenüber dem Mieten nur bei regelmäßiger Nutzung. Tendenziell sollte man den gesamten Jahresurlaub oder zumindest einen Großteil dessen auf dem Campingplatz verbringen wollen.

 

Ein großer Pluspunkt beim Mieten ist auch die Möglichkeit zum Sammeln von Erfahrungen. Gerade Camping-Anfänger können so mit geringem monetärem Aufwand in diese spezielle Urlaubsform hineinschnuppern.  Und vielleicht auch mal die ein oder andere Fahrzeug- oder Grundrissvariante ausprobieren.